Was ist eine Belegstelle?

Eine Belegstelle ist ein Aufstellungsort für junge, unbegattete Bienenköniginnen und Drohnen derselben Bienenrasse zur gezielten Zucht von Honigbienen. Auf der Belegstelle werden in so genannten Begattungskästchen kleine Begattungsvölker mit Arbeiterinnen und einer jungen, unbegatteten Bienenkönigin aufgestellt – aber ohne Drohnen. Die Paarung der Honigbienen findet im Flug statt. Bienenköniginnen und  Drohnen fliegen oft weite Strecken und treffen sich auf sogenannten  Drohnensammelplätzen, die den Imkern jedoch vielfach unbekannt sind. Um  dennoch eine gezielte Anpaarung von nachgezogenen Königinnen und  ausgewählten Vatertieren zu ermöglichen, werden Königinnen zur  Paarungszeit auf Belegstellen gebracht. Die Bienenkönigin soll von hier aus ihre Hochzeitsflüge unternehmen, wo sich in etwa zehn Meter Höhe eine Vielzahl von Drohnen sammeln. Dort wird jede Bienenkönigin von mehreren Drohnen begattet.

Im Umkreis der  Belegstellen wird seitens des Belegstellenteams versucht, nur Drohnen  der gewünschten Zuchtrichtung zu haben.  Zu diesem Zweck werden Vatervölker derselben Bienenrasse aufgestellt, die mit ihren vielen reinrassigen Drohnen für die väterlichen Erbanlagen sorgen sollen. Eine hohe Drohnendichte auf der Belegstelle verkürzt die Flugweite und Flugdauer der Königinnen bei den Paarungsflügen und beeinflusst damit das Begattungsergebnis positiv. Damit die Begattung nicht durch unerwünschte Drohnen einer anderen Bienenrasse erfolgt, liegen die Belegstellen in einem geschützten Gebiet in dem Bienenvölker anderer Rassen nicht gehalten werden dürfen. Dieser Schutzgürtel um die Belegstelle hat einen Radius von 7,5 Kilometern.

Die Begattungskästchen enthalten neben einem Futtertrog für Futterteig meist drei kleine Kunststoff-Rähmchen mit Waben. Nach etwa zwei Wochen kann der Bienenzüchter auf diesen Brutwaben kontrollieren, ob die Begattung funktioniert hat und die Königin in Eiablage gegangen ist.